• olgawerbitzky

Wie ich wurde was ich bin: Mein Weg zur Expertin für stille Kommunikation

Aktualisiert: 10. Juni



Zwischen Büchern, Bildern und Tieren fühle ich mich wohl. In Büchern kann man zwischen den Zeilen lesen, in Bilder fließen versteckte, persönliche Elemente ein, die oft nicht mal der Künstler selbst realisiert. Und Tiere, ja diese leben in einer ganz eigenen Welt der Kommunikation - für uns Menschen oft nur mit geschultem Auge wahrnehmbar.

All das liebe ich, denn es ist still und leise und kann doch sehr deutlich sprechen. Wenn man zuhört. So wie ich. Hier die Stationen meines Lebens, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin.


1. Februar 1992: Auf in eine neue Welt. Meine Eltern reisen mit meiner Schwester und mir von Kirgistan nach Deutschland und trennen sich kurze Zeit danach. Zu diesem Zeitpunkt kann ich kein Wort Deutsch und bin unter Menschen ein zurückhaltendes, schüchternes Kind. Dafür liebe ich Tiere und schleppe sie von überall Zuhause an.

Meine Schwester und ich (rechts) im Jahr 1991.

2. September 1994: Die Kunst kommt zu kurz. Bis zur 1. Klasse habe ich meine kreativen Fähigkeiten Dinge zu Papier zu bringen so gut ausgebaut, dass meine Lehrerin rät, mich auf eine Kunstschule zu schicken. Leider fehlt das Geld.

Olga mit anderen Kindern
Bei einer Kasperle-Vorführung im Kindergarten.

3. Anfang 00er: Bücher, Bilder und Tiere sind meins. Anstatt mit Gleichaltrigen zu spielen (langweilig, wer mag schon Flaschendrehen?!) verkrieche ich mich lieber hinter Büchern und zeichne was das Zeug hält. Bei letzterem müssen sogar die Lehrer unwissentlich für Miniportraits im Hausaufgabenheft herhalten. Da wir keinen Hund haben können, führen meine Schwester und ich Nachbarshunde aus.


4. 2001: Einstieg in die Rettungshundestaffel. Mein sehnlichster Wunsch nach einem Hund wird erfüllt. Ich bilde unseren Goldie Johnny erfolgreich zum Rettungshund aus und bestehe die Prüfung mit Bravour. Schließlich werde ich Trainee in der Rettungshundeausbildung.

Rettungshundeführer auf der Wiese.
Bei der Prüfung am 10.09.2005 in Eybach

5. 2004: Ich entdecke die Liebe zur Fotografie. Beim Besuch eines Familienfreundes bekomme ich seine Spiegelreflex in die Finger. Er ist begeistert von meinem Auge für's Detail und ich vom Fotografieren. Mit Nebenjobs bei McDonalds und Burger King finanziere ich mir meine erste eigene Spiegelreflex. Einige Jahre später verliere ich das Interesse, da mit dem Einzug der Digitalkameras gefühlt jeder anfängt zu fotografieren.


6. 2006: 12 Mal nur flache Wurzeln. Aufgrund familiärer Umstände ziehen wir bis zu meinem Erwachsenenalter sehr oft um. Ich fasse weder richtig Wurzeln noch fühle ich mich ganz Zuhause. Die weiterführende Schule bleibt glücklicherweise die selbe und damit auch die geknüpften Freundschaften. So lerne ich mich an viele neue Lebensumgebungen anzupassen. Doch sowohl von meinem Hund, als auch der Rettungshundestaffel, muss ich mich trennen. Das ist hart.


7. Oktober 2008: Mit dem Studium in Kommunikationsgestaltung setze ich mich durch. Yesss, ich werde an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd angenommen. Meine Mutter hätte sich einen "sicheren" Job gewünscht, doch da hatte ich andere Vorstellungen. Zum Glück. Zwei Leitsätze begleiten mich von da an: "Form follows function" und "Man kann nicht nicht kommunizieren". Ich bekomme die Gelegenheit ein Semester in Venedig zu studieren und lerne Italienisch. Der eigentliche Traum von Australien muss noch etwas warten.

Die Straße meines Wohnheims in Venedig 2011.

8. Januar 2012: Werbeagentur? Nein, danke. Nachdem ich mich bei einem Praktikum in einer Stuttgarter Werbeagentur langweile, kommt ein Job in diesem Bereich für mich nicht mehr infrage. Ich will mehr, Projekte managen, die Zügel in der Hand halten, selbst koordinieren. Durch ein Praktikum im Automobilbereich finde ich eine Art zweite Familie. Ich erhalte die Chance, meinen Traum von 6 Monaten in Australien zu verwirklichen. Bei meiner Rückkehr nach Deutschland fühle ich mich wie Zuhause, trotz Kulturschock. Und arbeite dann für bald 10 Jahre als Spezialistin für Marketing und Kommunikation.

Portrait vor dem Sydney Opera House.
Bei der Weihnachtsfeier mit Blick vom Boot.

9. Die 2010er: Persönlichkeitsentwicklung und die Suche nach Erfüllung. Ich bin nach wie vor zurückhaltend und selbstkritisch. Dabei aber mutig genug Neues auszuprobieren und über meine Grenzen hinweg zu gehen. Ich mache u.A. Onlinekurse bei Veit Lindau, und beschäftige mich mit tiefgehende, persönlichen Themen. Immer auf der Suche nach Erfüllung, Sinn und Zweck.


10. Anfang 2013: Die Liebe zum Tanzen lebt auf. In Australien kann man an jeder Ecke Salsa tanzen und Kontakte knüpfen. Aber erst in Deutschland erlebe ich, was es heißt Kizomba zu tanzen: Als Tony Gomez von Afromoves mit seiner Tanzpartnerin eine Kostprobe gibt. Mit geschlossenen Augen, schwebt das Paar wie in Trance über die Tanzfläche und kommuniziert ohne sichtbare Führung. Ich bin fasziniert von der Harmonie. Von da an hat mich der Tanz in seinem Bann.

Beim ersten Kizomba-Schnupperkurs 2014

11. September 2015: Auf dem Weg zur Kizomba Trainerin. Als ich gefragt werde, ob ich in einem Kurs assistieren und dazu Extrastunden nehmen möchte, bin ich Feuer und Flamme. Parallel arbeite ich weiter Themen auf und strebe nach Weiterentwicklung und Wachstum.

Kizomba Pose
März 2016: Das 1. Vortanzen im Salsa Leo in Schwäbisch Gmünd

12. Das Jahr 2016: Bei meinem Mann bin ich angekommen. Wohlgemerkt, ich wollte NIE einen Tänzer zum Partner. Doch im Tanzkurs lerne ich ihn kennen. Er blickt mühelos hinter die Fassade, die ich vor Außenstehenden aufrecht erhalte.


13. Juni 2017: Die Liebe zum Hund ist nicht verloren. Ich reflektiere und hinterfrage mich und meinen bisherigen Weg. Dabei entdecke ich den tief schlummernden Wunsch mit Hunden zu arbeiten wieder. Nach dem Motto wenn-dann-richtig entscheide ich mich für eine nebenberufliche Hundetrainer-Ausbildung bei der ATN (Akademie für Tiernaturheilkunde).


14. Juni 2019: Baxter zieht ein. Kurz vor der Geburt unseres ersten Sohnes wird der Traum vom eigenen Hund erneut wahr: Über die Tierschutzorganisation Fellnasen Stuttgart nehmen wir Baxter bei uns auf. Nur als Pflegestelle natürlich... von wegen. Wir sind klassische Pflegestellenversager. Ich bin anfangs überglücklich, doch stelle bald fest, dass sich eine Weisheit bewahrheitet: "Man bekommt nicht den Hund, den man sich wünscht - sondern den Hund, den man braucht." Ich lerne noch heute von ihm.


15. August 2019: Mein Erstgeborener kommt zur Welt. Die Welt steht Kopf. Die Ausbildung pausiert. Im selben Jahr ziehen wir in unser Haus auf dem Land. Welpe und Baby fordern mich. Doch ich stehe zu meiner Entscheidung und schaffe es irgendwie, mich um beide zu kümmern. Dennoch würde ich im Nachhinein vieles anders machen.

Olga sitzt mit Baby und Hund auf dem Boden.
Beim Umzug im Dezember 2019.

16. Juni 2021: Die Gründung von cocodogs. Die Abschlussprüfung ist bestanden, die Genehmigung nach 11 liegt vor und meine Website geht live! Und das trotz Corona-Pandemie! Parallel starte ich ein Praktikum bei Feinartig. Dann steht dem Hundetraining ja nichts im Wege... oder? Fehlanzeige. Eine großartige Nachricht lässt mich umplanen: ich bin wieder schwanger!

Olga strahlt mit Abschlusszeugnis in der Hand
Bestanden! Erschöpft von schlafloser Nacht und Prüfung.

17. Dezember 2021: Das Blogiversum hat mich. Aufgrund von Schwierigkeiten bei der Schwangerschaft muss ich mich schonen und viel liegen. Nach der ersten Zeit voller Frust nutze ich die Situation zum besten. Ich lasse mein Instagram Profil aufleben und starte durch eine Challenge von Sympatexter einen Blog. Mit Doris Furlan, der Orientierungscoachin arbeite ich an mehr Klarheit in meiner Positionierung.


18. Heute: Konstanter Wachstum. Ich liebe es nach wie vor zu lernen und entwickle meine Online-Marketing-Fähigkeiten weiter. Meine Interessen sind breit gefächert und ich habe gerne mit ambitionierten Menschen zu tun. Wer hätte gedacht, dass das ruhige Mädchen, das nie selbständig arbeiten wollte, genau das heute tut. Und es geht erst los. Das nächste Ziel: mein erster eigener Onlinekurs.


P.S. Das ganze Leben: Meine Schwester ist der Fels in der Brandung. An dieser Stelle möchte ich diesem wertvollen Menschen danken. Sie ist immer an meiner Seite, in jeder noch so schweren Zeit. Wie selbstverständlich hilft sie, wo sie nur kann. Danke, es ist nicht selbstverständlich. Ohne sie wäre ich weder der Mensch, der ich bin, noch da, wo ich bin.



 

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